29. August 2011 10:47 Uhr
Norwegens Medien halten sich seit den Anschlägen vom 22. Juli in ihrer Sprachwahl zurück. Eine statistische Untersuchung der Zeitung "Dagens Næringsliv" ergab, dass die Journalisten offenbar vorsichtiger mit Wörtern wie "Katastrophe" oder "Massaker" umgehen. Auch die Begriffe "blutig", "tödlich", "Bombe" und "Inferno" würden seltener verwendet als vor den Attentaten. Für die Studie wurde eine Datenbank mit sämtlichen Texten aus rund 100 norwegischen Zeitungen und Zeitschriften ausgewertet.
Ein Professor für Sprachwissenschaft an der Universität Oslo erklärt den Bewusstseinswandel so: Würden Wörter wie Blutbad oder Massaker zu häufig verwendet, stünden sie nicht zur Verfügung wenn sie tatsächlich gebraucht würden wie nach den Ereignissen von Utøya. Ein Sportreporter des Privatsenders "TV2", räumte ein, man habe bisher zur Kriegsrhetorik geneigt. Damit sei jetzt Schluss.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)