31. August 2011 07:57 Uhr

Umweltjournalist Kreutzberger über "Kalten Krieg auf den Tellern"

"In Deutschland fehlt die Wertschätzung für das Essen." Das sagt der Umweltjournalist Stefan Kreutzberger in der "Süddeutschen Zeitung". Er hat zusammen mit Valentin Thurn ein Buch darüber geschrieben, warum hierzulande mehr als die Hälfte aller Lebensmittel auf den Müll wandern.

Der "SZ" sagte er, die fehlende Wertschätzung habe historische Wurzeln. Sie lägen unter anderem in der Amerikanisierung und einem "kalten Krieg auf den Tellern". Die Bundesrepublik habe im Wettbewerb mit der DDR immer vorne liegen wollen. Deswegen habe es keine leeren Regale geben dürfen. Das präge uns bis heute. Der Verbraucher sei seit vielen Jahren darauf getrimmt, volle Regale zu sehen und den Einkaufswagen bis oben zu füllen.

Kreutzberger hat auch Vorschläge, wie die Situation verbessert werden kann: Einzelne Verbraucher sollten gezielt weniger einkaufen. Helfen könne es auch, das Mindeshaltbarkeitsdatum abzuschaffen, das nichts über die Qualität eines Produkts aussage.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)