1. September 2011 08:25 Uhr
Letztlich muss man es den Libyern überlassen, wie sie ihren Staat organisieren wollen. Dieser Ansicht ist der Nahost-Experte Michael Lüders. Vor dem Hintergrund der heutigen Libyen-Konferenz in Paris erklärte er im Deutschlandradio Kultur, es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die NATO den libyschen Revolutionären den Schneid abkaufen wolle. Denn das würde zur Delegitimierung der Übergangsregierung führen.
Lüders kritisierte auch die Aussage des französischen Außenministers Alain Juppé, die Libyer hätten keine Erfahrung im Führen von Staatsgeschäften und deswegen wollten die Franzosen gerne helfen. So etwas sei eine Steilvorlage für diejenigen Kräfte, die in Libyen nicht gestärkt werden dürften: die Reste des Gaddafi-Regimes, radikale Islamisten, Monarchisten oder andere Minderheitenströmungen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)