2. September 2011 07:20 Uhr
"Es geht nicht um streng wissenschaftliche Fragen, sondern um menschliche Erfahrung." Das sagt der ehemalige Astronaut Gerhard Thiele im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Seiner Meinung nach sollte die Menschheit daher auch weiterhin bemannte Raumfahrt betreiben, obwohl rein wissenschaftliche Erkenntnisse mit Robotern besser zu bekommen wären. Auch aus rein ökonomischer Sicht sei heute zwar nicht absehbar, ob sich ein Flug zum Mars einmal rentieren könnte. Trotzdem sollten laut Thiele auch weiterhin Menschen ins All fliegen. Denn Roboter könnten nicht auf die menschliche Art sehen, erfahren und reagieren.
Das bemannte Raumfahrtprogramm der NASA mit dem Space Shuttle endet in diesem Jahr. Laut Thiele hatte das Konzept prinzipielle Mängel. So sei etwa das beladene Shuttle mit einem Gewicht von 120 Tonnen zu schwer. Denn von den 120 Tonnen blieben höchstens 20 Tonnen Nutzlast im All. Das sei ein ziemlicher Luxus. Das Kapselsystem, mit dem Russland und China Menschen ins All bringe, sei sicherer und effektiver.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)