2. September 2011 07:25 Uhr
Auf ihrer gescheiterten Suche nach einem kürzeren Weg von Europa nach Asien durch die Arktis sollen sie zu Kannibalen geworden sein. Im Mai 1845 brach der britische Polarforscher Sir John Franklin mit zwei Schiffen auf, um die Nordwest-Passage durch das Nordpolarmeer zu durchsegeln - und verschwand. Übriggeblieben sind Gräber, wenige Fundstücke und Geschichten der Inuit. Sie berichten, dass sich die Expeditionsteilnehmer in der Verzweiflung gegenseitig verspeist haben sollen.
Kanadische Archäologen und Taucher haben gerade die dritte Suchexpedition nach den Schiffen beendet, sind aber kaum einen Schritt weiter. Das schreibt die kanadische Tageszeitung "The Globe and Mail". Eine rostige Muskete und Schuhsohlen seien der Lohn für rund 225.000 Dollar Suchkosten. Und selbst diese Funde stammten von einem Schiff, das erst später zur Rettung der Schiffe ausgesandt worden war.
Umweltminister Peter Kent lobte dagegen auf einer Pressekonferenz, man habe mit den Suchaktionen die Präsenz Kanadas in arktischen Gewässern verstärkt. Die laut internationalem Seerecht zum Teil kanadische Hoheit dort erkennen mehrere andere Staaten nicht an.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)