7. September 2011 08:20 Uhr
Für die Weiterentwicklung der Menschenrechte waren die vergangenen zehn Jahre in Europa eine verlorene Dekade. Dieser Ansicht ist der langjährige UNO-Sonderberichterstatter für Folter, Manfred Nowak. Er sagte der Nachrichtenagentur epd, das Hauptproblem in Europa sei, anders als in den USA, heute nicht der Kampf gegen den Terrorismus, sondern die Asyl- und Migrationspolitik. Getrieben durch die Hetze rechtsradikaler Parteien habe sich die EU mitschuldig gemacht an Phänomenen wie Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Islamophobie. Problematisch sei auch der Umgang mit Minderheiten wie den Roma. Nowak betonte, viele Jahre sei der Westen in Sachen Menschenrechten die treibende Kraft gewesen. Heute bestimmten die Staaten des Südens zunehmend die politische Agenda auf diesem Gebiet.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)