9. September 2011 11:21 Uhr

Psychologe: Ärzte bemerken Selbstmordpläne ihrer Patienten häufig nicht

"Beim Thema Selbstmord müssen Ärzte sensibler sein." Das fordert Georg Fiedler vom Nationalen Suizidpräventionsprogramm in Hamburg in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Psychologe sagte, drei Viertel aller Menschen, die einen Selbstmordversuch unternommen hätten, seien in den Wochen zuvor zu einem Arzt gegangen. Viele Ärzte schätzten die Patienten aber falsch ein. Häufig litten die Suizidgefährdeten unter psychischen Krankheiten.

Langfristig gesehen geht die Selbstmordrate zurück: Statistiken zufolge nahmen sich in Deutschland 2009 circa 9.600 Menschen das Leben, 1998 waren es noch rund 2.000 mehr. Das beruht laut Fiedler vor allem auf Fortschritten in der Medizin: Für psychische Krankheiten gebe es immer bessere Medikamente. Außerdem gehe der Ruf von Kliniken als "Irrenanstalten" zurück.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)