12. September 2011 07:26 Uhr
Unsere Flüsse werden immer sauberer, unsere Wälder grüner, unsere Atemluft schadstoffärmer - und trotzdem haben wir Angst vor Umwelt- und Gesundheitskatastrophen. Der Statistiker Walter Krämer von der Technischen Universität Dortmund hält die Angst der Deutschen für unbegründet.
In seinem neuen Buch "Die Angst der Woche" schreibt er, bis heute sei hierzulande niemand an Pestiziden im Gemüse, Dioxin in Frühstückseier oder radioaktiver Strahlung gestorben. Trotzdem gingen die Deutschen wesentlich unentspannter mit Risiken um als zum Beispiel Briten, Franzosen oder Japaner.
Als eine mögliche Ursache für die irrationale Risikowahrnehmung sieht Krämer die Berichterstattung der deutschen Medien. Oft werde zum Beispiel berichtet, dass Grenzwerte überschritten würden oder sich ein bestimmtes Risiko verdoppelt habe. Grenzwerte sagten jedoch nichts über die tatsächliche Gesundheitsgefahr aus und ein verdoppeltes Risiko noch lange nichts über die absoluten Zahlen der Betroffenen.
Als Mittel gegen die Angst hilft Krämer zufolge eine bessere statistisch-mathematische Bildung.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)