13. September 2011 15:01 Uhr

Mainzer Professor fordert mehr Unabhängigkeit von der Pharmaindustrie

"Schon in der Ausbildung müssen angehende Ärzte besser auf den Einfluss von Pharmaunternehmen aufmerksam gemacht werden." Das hat der Direktor für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, Klaus Lieb, im Interview mit "DRadio Wissen" gefordert. Er setzt sich dafür ein, dass Ärzte unabhängiger werden bei der Verschreibung von Medikamenten. Hauptproblem sei die Beeinflussung durch Vertreter der Pharmaindustrie - mit Geschenken und kostenlosen Proben neuer Medikamente. Eine Umfrage hat laut Lieb gezeigt, dass nur vier Prozent der befragten Ärzte gar keine Geschenke annehmen. Zwar wachse das Problembewusstsein, die Beeinflussung laufe aber meist unterbewusst ab. Ein Vorbild könnten nach Ansicht von Lieb die USA sein. Dort gibt es mehrere Gesetzesinitiativen, die den Einfluss der Pharmaindustrie eindämmen sollen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)