13. September 2011 17:38 Uhr
Der libysche Übergangsrat will sich bei der Gesetzgebung von der Scharia leiten lassen. Aber was bedeutet das genau? Die Scharia ist die islamische Rechtsordnung. Sie ist kein eindeutig festgeschriebenes Werk. Es gibt unterschiedliche Auslegungen, die auf verschiedene sunnitische und schiitische Rechtsschulen aus der Zeit zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert zurückzuführen sind. Die Deutungen beziehen sich auf den Koran und die Überlieferungen über die Lebenspraxis des Propheten Mohammed. In der islamischen Theologie gilt die Scharia als die Ordnung Gottes, die Frieden und Gerechtigkeit schafft. In Ländern wie Saudi-Arabien und dem Iran ist die extremste Auslegung der Scharia Grundlage der Rechtsprechung. Damit werden auch Strafen wie etwa das Steinigen von untreuen Ehefrauen gerechtfertigt. Die Scharia kann aber auch gemäßigter ausgelegt werden. Libyens Übergangsrat hat versprochen, die Scharia mit Rechtstaatlichkeit in Einklang zu bringen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)