14. September 2011 09:13 Uhr
Warum bestimmte Staaten an den Finanzmärkten plötzlich kein Vertrauen mehr genießen, das ist gar nicht immer leicht zu erklären. Wolfgang Streeck, Direktor des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung nennt die Märkte "launisch und unberechenbar". In der Zeitschrift "Psychologie Heute" vergleicht er sie mit einer "Herde von Manisch-Depressiven". Von einem Augenblick auf den anderen schwanken sie zwischen irrationalem Hochgefühl und kollektiver Panik.
An den Börsen gehe es deshalb nicht mehr um Berechnung, sondern um Einfühlung: Ständig müsse die "Stimmung" der Märkte erkundet werden, um einem "Vertrauensverlust" vorzubeugen. Denn die wankelmütigen Märkte forderten von den Staaten vor allem eins: Verlässlichkeit. Der Wirtschaftssoziologe Streeck nennt das "Psychoterror".
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)