23. September 2011 07:56 Uhr
"Die Gedanken sind frei."
So heißt es in einem deutschen Volkslied. Das soll zwar auch in Zukunft so bleiben. Aber Forscher versuchen sich immer wieder in der Kunst des Gedankenlesens. Im Fachmagazin "Current Biology" ist nachzulesen, dass Wissenschaftler anhand von Hirnscans rekonstruieren konnten, welchen Film sich Versuchspersonen gerade ansahen. Die Gehirnaktivität maßen sie dabei mit der funktionalen Magnetresonanztomographie. Dieses Verfahren zeigt, wo im Gehirn besonders viel Blut fließt.
Ein lernfähiges Computerprogramm verknüpfte die dreidimensionalen Muster der Gehirnaktivität mit Bildinformationen. Anschließend suchte es in einem Pool von 18 Millionen Youtube-Videos nach passenden Filmszenen. Die einhundert am besten passenden Szenen verschmolz der Rechner und erzeugte daraus eine verschwommene Rekonstruktion der Bildszene, die der Proband sich gerade ansah.
Die Forscher betonen, die Technologie sei noch weit davon entfernt, tatsächlich Gedanken lesen zu können. Praktische Anwendungen seien jedoch denkbar. So könne ein ähnliches Programm in Zukunft womöglich Schlaganfall-Patienten dabei helfen, besser mit ihrer Umwelt und mit Computern zu kommunizieren.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)