23. September 2011 13:02 Uhr
Die Unternehmenswelt sollte Angst vor Trollen haben, genauer: vor Patent-Trollen. Das ist das Ergebnis eines Berichts mehrerer Rechtswissenschaftler der Universität Boston. Patent-Trolle nennt man Firmen, die keine eigenen Produkte herstellen, aber Patente aufkaufen und dafür Lizenzgebühren eintreiben. Laut der neuen Studie haben solche Firmen mit dieser Taktik in den vergangenen zwanzig Jahren den Börsenwert von Unternehmen um mehr als 500 Milliarden US-Dollar gedrückt.
Für ihre Untersuchung griffen die Forscher auf eine Online-Datenbank zurück, in der Unternehmen ihre Rechtsstreitigkeiten über Patente eintragen, insgesamt analysierten sie rund 1.600 Fälle. Diese Daten glichen sie mit dem Börsenkurs der Unternehmen ab. Wurde ein Unternehmen verklagt, verlor es im Schnitt rund 20 Millionen US-Dollar seiner Marktbewertung. Die hohe Summe erklärt sich auch daraus, dass sich solche Klagen häufiger gegen große Firmen richten.
Die Forscher weisen auf Schwächen im Patentsystem hin. So seien Schutzrechte bei Computerprogrammen und Geschäftsmethoden nur schwer einzugrenzen.
Die gesamte Studie als pdf gibt es hier.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)