26. September 2011 06:31 Uhr

Direktor der Blindenbibliothek fordert mehr Braille-Schrift im Alltag

In der Braille-Schrift für Blinde gibt es zu wenig zu lesen. Dieser Meinung ist der Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Blinde in Leipzig, Thomas Kahlisch. In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd plädierte er dafür, die Schrift stärker im Alltag einzusetzen, etwa an Automaten und auf Lebensmittelverpackungen. Zumindest die wichtigsten Informationen sollten in der ertastbaren Schrift abgedruckt sein, den Rest könnten Blinde dann mit einem Lese-Zusatzgerät im Internet nachlesen.

Kahlisch forderte auch, mehr Literatur in die Blindenschrift zu übertragen. Derzeit würden etwa 2.000 Bücher pro Jahr für Blinde in gedruckte oder digitalisierte Versionen übersetzt. Pro Jahr erschienen aber rund 100.000 neue Bücher auf deutsch.

Laut Kahlisch beherrschen etwa zehn Prozent der Blinden in Deutschland die Punktschrift, die von Louis Braille erfunden wurde.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)