26. September 2011 15:51 Uhr

Syrisch-orthodoxe Christen in türkischem Schulbuch als Landesverräter beschrieben

Die syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei fühlen sich falsch beschrieben. Vertreter der Glaubensgemeinschaft kritisierten ihre Darstellung in einem staatlichen Schulbuch. Sie beklagten nach einem Bericht der Zeitung "Radikal", dadurch werde die Feindschaft gegen die christliche Minderheit noch weiter vertieft. In dem Buch für die zehnte Klasse werden die Christen "Radikal" zufolge als Landesverräter bezeichnet. Sie seien aus wirtschaftlichen Gründen aus der Türkei ausgewandert und zum Werkzeug der politischen und religiösen Interessen der westlichen Länder geworden.

In den vergangenen Jahrzehnten hatten viele syrische-orthodoxe Christen ihre Heimat in Südanatolien verlassen. Sie waren im Krieg zwischen dem türkischen Staat und den kurdischen PKK-Rebellen zwischen die Fronten geraten. Der Anteil der Christen an der Gesamtbevölkerung der Türkei beträgt 0,2 Prozent.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)