27. September 2011 08:52 Uhr
Die Wähler bemerken, dass die wirklich wichtigen politischen Entscheidungen außerhalb der nationalen Parlamente gefällt werden. So schreibt es der Politikwissenschaftler Jürgen W. Falter in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Rundschau. Demnach nehmen die Wähler wahr, dass die politischen Führungen sich uneinig sind und mitunter auch hilflos wirken. Deswegen reagierten die Wähler entsprechend, indem sie sich zum Beispiel ganz dem Wahlgeschehen entzögen. Daraus entstehe allmählich ein Legitimationsproblem für das parlamentarische Regierungssystem.
Als einen Grund für die Unzufriedenheit der Wähler nennt Falter das immer ausdifferenziertere Parteiensystem. Die Parteien führten Wahlkämpfe so, als würden sie danach alleine regieren. Würden sie dann in eine Koalition gezwungen, führe das oft zu Enttäuschungen bei den Wählern, die die eingegangenen Kompromisse als Verwässerung des Versprochenen, sogar als bewusste Wählertäuschung ansehen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)