5. Oktober 2011 14:22 Uhr
Ein Nobelpreis ehrt immer auch ein bisschen das Land, aus dem der Preisträger kommt.
Wohl deshalb hat Israels Wissenschaftsminister Daniel Hershkowitz euphorisch auf die Nachricht reagiert, dass der Nobelpreis für Chemie in diesem Jahr an Daniel Shechtman aus Tel Aviv geht. Der Minister sagte im israelischen Rundfunk, das beweise, dass Israel im Bereich Wissenschaft und Technologie eine Supermacht sei.
Shechtman selbst äußerte sich zurückhaltender. Die Entscheidung der Königlichen Akademie in Stockholm fühle sich wunderbar an, er sei gerührt.
Auch im Ausland wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Der Chemie-Nobelpreisträger von 2007, der Deutsche Gerhard Ertl, nannte Shechtmans Auszeichnung überfällig. Mit der Entdeckung der Quasikristalle habe der israelische Wissenschaftler 1982 eine ganz neue Art von Struktur und Materie erkannt. Nach den Worten des Nobelpreis-Komitees war sie "so unwahrscheinlich wie die Herstellung eines Fußballs ausschließlich aus Sechsecken, obwohl dafür auch Fünfecke nötig sind".
Der heute 70-jährige Shechtman forscht als emeritierter Professor am Technion-Institut in Haifa.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)