10. Oktober 2011 07:53 Uhr

"Handelsblatt": Nicht nur China hält seine Währung künstlich niedrig

Die USA werfen China immer wieder vor, den Wechselkurs für den Yuan niedrig zu halten, um sich Vorteile im Export zu verschaffen. US-Notenbankchef Ben Bernanke kritisierte China dafür vergangene Woche erneut - das Land blockiere so die weltweite Wirtschaftserholung. Für den Unternehmensberater David Marsh, Gastautor im "Handelsblatt", geht diese Kritik aber an die falsche Adresse. Nicht der Yuan, sondern die zwei größten Welt-Reservewährungen seien unterbewertet: der US-Dollar und der Euro. Das zeige eine Statistik der "Baseler Bank für Zahlungsausgleich" - sozusagen die "Notenbank der Notenbanken": Demnach habe sich die chinesische Währung seit 1998 real gesehen um zehn Prozent verteuert - der Euro habe sich dagegen im gleichen Zeitraum um vier Prozent verbilligt, der Dollar sogar um 18 Prozent.

Laut Marsh wäre es nicht nur für die Weltwirtschaft besser, wenn sich der Euro verteuern würde - auch Deutschland und die anderen europäischen Gläubigernationen würden davon profitieren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)