10. Oktober 2011 09:24 Uhr

"Amnesty International": Todesstrafe weltweit auf dem Rückzug

Weißrussland ist das einzige Land in Europa, das noch die Todesstrafe verhängt. Darauf weist "Amnesty International" am heutigen "Tag gegen die Todesstrafe" hin. Seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren sollen dort laut der Menschenrechtsorganisation etwa 400 Personen hingerichtet worden sein. Weltweit sterben nach Angaben von "Amnesty International" jährlich mehrere tausend Menschen durch vollstreckte Todesurteile. Allerdings sei der Trend zur Abschaffung der Todesstrafe nicht mehr umzukehren. Jedes Jahr werde der Kreis derjenigen größer, die darauf verzichteten.

Zuletzt gingen diesen Weg in den vergangenen drei Jahren die afrikanischen Staaten Tunesien, Gabun, Burundi und Togo sowie Russland. Zu den Vorreitern gehörten der Kleinstaat San Marino und das südamerikanische Venezuela, die die staatliche Hinrichtung bereits 1848 und 1863 offiziell ausschlossen. In Deutschland wurde die Todesstrafe 1949 aus dem Gesetz gestrichen.

Die Liste der Staaten mit den meisten vollstreckten Todesurteilen wird nach wie vor von China angeführt. Für die Volksrepublik werden - Stand 2009 - mindestens 1.700 Tötungen gezählt. An zweiter Stelle folgt mit deutlichem Abstand der Iran mit knapp 400 vollstreckten Todesurteilen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)