11. Oktober 2011 06:25 Uhr

Kostenlose Bestattung als Anreiz für Organspende

Vielleicht reicht der Anreiz nicht aus - das muss sich der Nuffield Council gedacht haben, der die Briten zur Organspende aufrufen will.

Deshalb bietet diese Organisation zur Erörterung bioethischer Fragen nun an, Organspendern die Beerdigung zu zahlen. Dabei soll es allerdings nur um die Spende nach dem Tod gehen, Lebendspenden sind also ausgeschlossen. So solle der Spender keinen direkten finanziellen Nutzen haben, könne aber Hinterbliebenen helfen, hieß es.

Mit diesem Vorschlag orientierte sich der Rat am Vorgehen von Universitäten. Oftmals übernehmen diese die Kosten für die Bestattung, wenn Spender ihren Körper nach dem Tod zur Verwendung in der medizinischen Lehre bereitstellen. Kritiker nannten das Angebot "makaber". John Harris, Bioethik-Professor an der Universität Manchester, erklärte, es würden sich mehr Menschen als Organspender registrieren lassen, wenn ihnen mehr direkte Anreize geboten würden, etwa Bargeld.

Im europaweiten Vergleich liegt die Zahl der Organspenden in Großbritannien nach Griechenland am niedrigsten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)