11. Oktober 2011 09:22 Uhr
Bewusst auf etwas verzichten, das tun Menschen schon seit Tausenden Jahren - es allerdings aus ökologischen Gründen zu tun, ist neu. Das sagte der Theologe Michael Bongardt bei DRadio Wissen. Der Wissenschaftler der Freien Universität Berlin erklärte: Die Geschichte der Askese habe verschiedene Wurzeln und beginne schon in der griechischen Zivilisation. Damals sei es darum gegangen, Geist und Körper in Einklang zu bringen. Der Leitgedanke sei gewesen, dass sich der Mensch nicht von Trieben beherrschen lassen solle. Daher auch das Wort Askese - das heißt auf Deutsch "Übung". In der christlichen Tradition habe man versucht, sich durch Fasten möglichst weit vom irdischen Leben zu entfernen. Im Islam dagegen stehe der Verzicht zugunsten von anderen im Mittelpunkt, erklärt Bongardt. Auch in der modernen Zeit werde verzichtet, dies habe heute allerdings andere Motivationen: dazu zählt der Verzicht aus ökologischen Erwägungen, aber auch das Zusammenspiel von Fasten und Wellness, also persönlichen Wohlbefindens. Der Gedanke, mit dem Verzicht, Buße tun zu wollen, sei dagegen nicht mehr wichtig, sagt der Theologe.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)