17. Oktober 2011 16:23 Uhr

Historische Nacktfotos von Polarforscher sorgen in Norwegen für Streit

Der norwegische Polarforscher Fridtjof Nansen beschäftigt die Presse noch über 80 Jahre nach seinem Tod. Die Osloer Tageszeitung "Aftenposten" berichtete über eine Liebesaffäre des Forschers und veröffentlichte den Artikel mitsamt zwei Nacktaufnahmen des damals 67-Jährigen auf "Facebook". Die Bilder hatte Nansen mit Selbstauslöser gemacht und seiner Geliebten per Post geschickt. Auf "Facebook" wurde der Bericht wegen "Anstößigkeit" sofort entfernt. Das Portal drohte sogar, das Konto der Zeitung zu schließen, falls es erneut zu so einem Vorfall komme. Die Begründung: Es sei verboten Inhalte hochzuladen, die Nacktheit darstellten. Der Generalsekretär des norwegischen Presseverbandes kritisierte das Vorgehen. Es handle sich um historische Aufnahmen, die vollkommen ungefährlich seien. Ein solcher Moralismus sei höchst unnorwegisch.

Nansen wurde unter anderem für seine Durchquerung des arktischen Eises mit dem Schiff "Fram" berühmt. Sein Einsatz für Flüchtlinge im Ersten Weltkrieg wurde 1922 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Hier mehr zur Berichterstattung der Zeitung "Aftenposten" über den Vorfall.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)