17. Oktober 2011 15:31 Uhr

Deutscher Presserat: 2010 Beschwerde-Rekord

Nicht so ganz der gute Geschmack oder ein Verstoß gegen den Pressekodex? Das muss in vielen Fällen der Deutsche Presserat entscheiden. Dort kann sich jeder beschweren, der in Medien einen Verstoß gegen ethisch-journalistische Grundregeln erkennt. Wie der Presserat bei seiner Jahreskonferenz in Berlin mitteilte, ist das im vergangenen Jahr rund 1.660 Mal geschehen. Das sei ein Anstieg von einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr.

Dafür macht der Presserat unter anderem die Berichterstattung nach der Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg verantwortlich. Allein 240 Beschwerden hätten sich auf die Darstellung der Opfer bezogen. Knapp 200 Menschen hätten zudem ein Titelblatt der Satirezeitschrift "Titanic" zum Missbrauchsskandal der katholischen Kirche kritisiert. Es zeigte einen Geistlichen, dessen Kopf sich auf Schritthöhe vor Jesus Christus am Kreuz befand. Das Bild war nach Ansicht des Presserats von der Pressefreiheit gedeckt. Gerügt wurden dagegen den Angaben zufolge 41 Medien und damit elf mehr als noch 2009.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)