17. Oktober 2011 15:34 Uhr
Aus der Euro-Krise können Spekulanten ziemlich einfach Geld herausschlagen. Das zeigt ein Selbstversuch des Wirtschaftsjournalisten Harald Schumann. Im Interview mit DRadio Wissen berichtete Schumann, er habe Anfang Mai 2010 griechische Staatsanleihen gekauft. Die Kurse seien kurz zuvor drastisch gesunken, weil darüber diskutiert worden sei, ob Griechenland Überbrückungskredite bekommen solle oder nicht. Nachdem die Bundesregierung Kredite zusagte, griff Schumann sofort zu. Seine Anleihe brachte ihm beim Wiederverkauf nur zehn Tage später knapp 500 Euro Gewinn ein.
Mit dieser simplen Amateurspekulation, so Schumann, wolle er zeigen, dass die Politik mit ihren Maßnahmen ein "Bonanza für Spekulanten" schaffe. Profis würden sich die zehnfache Summe leihen und leicht 200 Prozent Gewinn machen. Das sei in höchstem Maße ärgerlich. Durch die Euro-Politik werde nicht das Volk der überschuldeten Länder geschützt, sondern nur die privaten Gläubiger.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)