19. Oktober 2011 11:07 Uhr

Regierungskritischer TV-Sender in Venezuela muss Millionenstrafe zahlen

Offen über Missstände zu berichten, zahlt sich in Venezuela offenbar nicht aus.

Im Gegenteil: Die Behörden des Landes haben gegen den regierungskritischen Fernsehsender "Globovisión" eine so hohe Geldstrafe verhängt, dass sie wahrscheinlich das Aus für ihn bedeutet.

Grund für das Bußgeld in Höhe von mehr als 1,5 Millionen Euro ist demnach die Berichterstattung des Nachrichtenkanals über jüngste Gefängnisunruhen im Land. Dabei war das Militär mit tausenden Soldaten angerückt, nachdem hunderte Gefangene einen Teil der Anlage besetzt und andere Häftlinge als Geiseln genommen hatten. Mehr als 20 Insassen kamen bei den Unruhen ums Leben.

Der Generaldirektor der Nationalen Kommission für Telekommunikation, Pedro Maldonado, erklärte, "Globovisión" habe mit seiner Berichterstattung Angst in der Bevölkerung geschürt und Hass und Intoleranz gefördert. Die Vizepräsidentin von "Globovisión", Maria Fernanda Flores, betonte dagegen, es sei der Daseinsgrund ihres Senders, die Bevölkerung zu informieren.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)