21. Oktober 2011 07:21 Uhr
"Wer in der Politik Dankbarkeit erwartet, ist ein unverbesserlicher Optimist." Dieser Ansicht war zumindest der österreichische Politiker und Journalist Otto von Habsburg. Er war der älteste Sohn des letzten regierenden Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, Karl I. Mit dem Ersten Weltkrieg endete jedoch auch die Zeit der k.u.k.-Monarchie: Der Vater wurde auf die Insel Madeira verbannt und starb 1922. So wurde Otto von Habsburg nicht Kaiser, sondern Autor und von 1979 bis 1999 Europaabgeordneter der Christdemokraten.
Im Zweiten Weltkrieg hatte er entschlossen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgefordert. In Österreich war er selbst bis in die 60er Jahre hinein Persona non grata. Die Wiedereinreise wurde erst 1966 nach jahrelangem Rechtsstreit durch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes möglich. Noch länger dauerte es, bis es Mitgliedern der Familie Habsburg wieder erlaubt war, für hohe Staatsämter zu kandidieren, nämlich bis Juni dieses Jahres. Gut einen Monat später starb Otto von Habsburg.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)