21. Oktober 2011 09:25 Uhr

Wirtschaftsprofessor Plumpe wirbt für entspannten Blick auf Kapitalismus

Einfach mal tief durchatmen und entspannen - so könnte man die Botschaft des Wirtschaftswissenschaftlers Werner Plumpe vereinfachen. Der Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main schreibt in der "Süddeutschen Zeitung" über die aktuelle Finanzkrise und meint: Der Kapitalismus ist nicht Schuld - an ihm liegen weder hohe Verschuldung noch steigende Zinsen. Vor allem die vielen Schulden seien Folge politischen Handelns und die Verantwortlichen wollten nun die Konsequenzen nicht tragen und denunzierten irgendwelche "Märkte". Diesen Kampf gegen die Märkte, gegen "Instabilität" und den "Kapitalismus" wollen die westlichen Regierungen seinem Eindruck nach bis zur eigenen Zahlungsunfähigkeit fortführen. Dabei bräuchten sie doch nur ein entspannteres Kapitalismus-Bild!

Denn: Reale Wirtschaft habe mit Gleichgewicht nichts zu tun, sie sei per se Veränderung - auch Krisen gehörten dazu. Plumpe schreibt ganz lapidar: Gingen die heutigen Banken unter, gebe es eben neue. Man könne nicht alles retten - und das müsse auch gar nicht sein. Es reiche schon, wenn der Staat helfe, die sozialen Folgen des Strukturwandels zu bewältigen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)