21. Oktober 2011 16:54 Uhr

China diskutiert über Moralverfall nach Unfalltod einer Zweijährigen

Hätten Passanten ihr geholfen, wäre die zweijährige Yue Yue vielleicht noch am Leben.

So aber erlag das Mädchen heute seinen Verletzungen, die es bei einem Verkehrsunfall in der südchinesischen Stadt Foshan erlitten hatte.

Dass der Täter Fahrerflucht beging, ein nachfolgendes Auto das Kind ein zweites Mal überrollte und dass mehr als ein Dutzend Passanten das Mädchen einfach liegen ließen - all das hat in China eine Debatte über den Moralverfall im Lande ausgelöst.

Blogger sehen darin einen Beweis dafür, dass die Gesellschaft in ihrem Streben nach Wohlstand auf den falschen Weg geraten sei. Ähnlich kommentiert den Vorfall die englischsprachige Zeitung "Global Times". Sie spricht sich aber dagegen aus, unterlassene Hilfeleistung in China künftig zu bestrafen. Vielmehr müsse ein Belohnungssystem geschaffen werden für diejenigen, die ihre Hilfe anbieten.

Eine Überwachungskamera hatte den Unfall des Mädchens aufgezeichnet. Der Film kursiert seither im Internet.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)