24. Oktober 2011 06:35 Uhr
Auf der gestrigen Sitzung des MDR-Rundfunkrates wurde Karola Wille zur neuen Intendatin des Mitteldeutschen Rundfunks gewählt. Von den anwesenden 39 Mitgliedern stimmten 32 für Wille, sieben waren gegen sie. Wille ist nach Dagmar Reim und Monika Piel die dritte Chefin einer ARD-Anstalt. Sie löst den Gründungsintendaten des MDR, Udo Reiter, ab. Karola Wille kündigte an, die Aufklärung einiger Affären im Sender zur Chefsache zu machen. Außerdem wolle sie den Sender für das digitale Medienzeitalter zukunftsfähig machen.
Kritiker werfen ihr ihre juristische Karriere in der DDR, sowie ihre spärlichen Auskünfte darüber vor. Die Vereinigung der Opfer des Stalinismus erklärte, eine Frau, die in ihrer Dissertation noch 1985 dem Sozialismus gehuldigt habe, in dem sie es für notwendig erklärte, besondere Anstrengungen zu unternehmen und Bündnisse zu schmieden, um der historischen Mission der Arbeiterklasse zum Sieg zu verhelfen, sei nicht wählbar.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)