24. Oktober 2011 06:52 Uhr

Schriftsteller Kermani: Staats- und Regierungschefs behandeln EU geradezu verächtlich

Europa befindet sich nicht in einer Schuldenkrise, sondern in einer politischen Krise. Dieser Meinung ist der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani. Gestern hielt er eine Rede im Deutschen Theater Berlin, nachzulesen heute in der "Süddeutschen Zeitung". Wenn Spitzenpolitiker nur ökonomisch reagierten, werde das die Krise nicht bewältigen. Kermani ist verärgert - weil die Staats- und Regierungschefs die politische Gemeinschaft aus seiner Sicht geradezu verächtlich behandeln. Nationale Interessen würden dominieren.

Kermani stellt klar: Er glaube an das europäische Projekt, weil es ein Projekt der Freiheit sei - und weil schon dessen Gründerväter viel mehr im Blick hatten als den wirtschaftlichen Nutzen, nämlich nichts weniger als eine friedliche und gerechte Welt.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)