24. Oktober 2011 08:25 Uhr

Wissenschaftler zu Libyen: Einfluss aus Europa geringer als in Nachbarländern

Die Revolution hat über den Dikator Muammar al-Gaddafi triumphiert. Doch was wird nun aus Libyen, fragt Wolfram Lacher von der Stiftung Wissenschaft und Politik in der "Süddeutschen Zeitung". Die Herausforderungen, denen Libyen gegenüberstehe, seien völlig anderer Art als in den Nachbarländern Ägypten und Tunesien. Für den Westen gebe es weitaus weniger Möglichkeiten den Umbruch zu unterstützen. Denn im Gegensatz zu den Nachbarländern benötige das reiche Libyen weder besseren Zugang zu den europäischen Märkten noch Kredite oder Unterstützung beim Anwerben von Auslandsinvestitionen. Der Übergangsrat werde schon jetzt von ausländischen Wirtschaftsdelegationen umworben. Laut dem Wissenschaftler wird das Land mit den eingefrorenen Mitteln im Ausland und der anlaufenden Erdölproduktion mehr Kapital zum Wiederaufbau haben als es brauche. Die Europäer könnten und sollten den Umbruch immer dort beraten und unterstützen, wo das nachgefragt werde.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)