24. Oktober 2011 11:52 Uhr
Islamischer Fundamentalismus ist ein Produkt der Moderne. Das ist der Ausgangspunkt eines Artikels in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Der Islam". Itzchak Weismann von der Universität Haifa in Israel geht davon aus, dass der Fundamentalismus im Diskurs über den modernen Islam eine hervorragende Stellung eingenommen und sich gegen zwei andere Einflüsse durchgesetzt hat: Die von außen stammende Orientierung am Westen und den von innen kommenden traditionellen Sufismus. Diese mystische Sicht des Islam werde von Fundamentalisten häufig als rückwärtsgewandt und apolitisch kritisiert. Dabei werde vergessen, dass reformierte sufistische Bruderschaften am Aufstieg des Islam beteiligt waren.
Vor diesem Hintergrund sieht Weismann auch heute eine Tendenz dazu, dass sich der zeitgenössische Sufismus wieder neben dem Fundamentalismus etablieren könnte.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)