26. Oktober 2011 10:51 Uhr

Estland und die Alt-Nazis: Kritik vom Simon-Wiesenthal-Zentrum

Estland geht noch immer viel zu unentschlossen gegen mutmaßliche Nazi-Verbrecher vor. So sieht es das Simon-Wiesenthal-Zentrum. Die Menschenrechtsorganisation sieht ihre Einschätzung bestätigt durch die jüngste Entscheidung der Staatsanwaltschaft Tallinn. Die hatte gestern beschlossen, ein Ermittlungsverfahren gegen einen 88-jährigen Esten einzustellen. Der Mann wurde verdächtigt, 1943 an der Ermordung von 3.000 Juden im Getto von Sluzk in Weißrussland beteiligt gewesen zu sein.

Der Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums sagte im estnischen Fernsehen, das sei nur ein Beispiel für viele gescheiterte Versuche seit Wiederherstellung der Unabhängigkeit, estnische Naziverbrecher vor Gericht zu stellen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)