27. Oktober 2011 18:19 Uhr

Gebrauchte Herzschrittmacher für Patienten in Entwicklungsländern

Dass die Spende eines Herzens Leben retten kann, ist bekannt. Aber ein gebrauchter Herzschrittmacher? Forscher von der Universität Texas schätzen, dass jedes Jahr eine bis zwei Millionen Menschen auf der Welt mit einem noch intakten Schrittmacher in der Brust sterben. Die allermeisten Geräte landeten im Grab oder im medizinischen Müll.

Verschwendung, meinen die Mediziner im "American Journal of Cardiology" und wollen erreichen, dass die "Second-Heart"-Schrittmacher an Patienten in Entwicklungsländern gehen. Versuchsweise wurden 50 gebrauchte, aber funktionsfähige Geräte aus den USA in die indische Staat Mumbai gebracht. Dort wurden sie Menschen eingesetzt, die sich den Schrittmacher sonst nicht hätten leisten können.

Das Ergebnis: Alle Patienten hätten die Operation überstanden. Von Infektionen oder Aussetzern der Geräte in den folgenden zwei Jahren sei nichts bekannt. Deshalb fordern die Forscher nun, die Sicherheit von gebrauchten Schrittmachern im großen Stil zu untersuchen.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)