27. Oktober 2011 18:21 Uhr

Klagemauer online: Gläubige können ihre Gebete auch twittern

Zweimal im Jahr wird die Klagemauer in Jerusalem befreit von all den Zetteln, die im Laufe der Monate in die Gesteinsritzen gesteckt wurden. Seit einiger Zeit sind immer mehr Zettel darunter, die jemand stellvertretend dort abgelegt hat. Im Auftrag von Gläubigen, die ihre Gebete übers Internet nach Israel geschickt haben: Per E-Mail an die Rabbiner der Klagemauer oder über Twitter an den Studenten Alon Nir.

Nir hat vor zwei Jahren den Service "Tweet your Prayer" gegründet. Seine Motivation: Er habe die Klagemauer so zugänglich wie möglich machen wollen und inzwischen schon mehr als 100.000 Zuschriften bekommen, von Gläubigen aus aller Welt. Der 27-Jährige druckt sie aus, rollt sie wie Lose zusammen und bringt sie dann alle paar Tage zur Klagemauer - kostenlos.

Was auf den Zetteln drauf steht, weiß er nicht. Denn nach jüdischem Glauben sind sie nur für Gott bestimmt. Er benutzt aber eine Software, die die Botschaften nach Obszönitäten oder antisemitischen Äußerungen durchsucht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)