1. November 2011 07:29 Uhr

Mediziner: Kinderwunsch von Lesben scheitert an Weltbild der Ärztekammer

Viele Ärzte in Deutschland wollen Lesben nicht künstlich befruchten. Das liegt laut Wulf Dietrich, dem Vorsitzenden des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte, daran, dass die Ärztekammer an einem klassischen Familienbild festhält. Deshalb, so Dietrich in der "taz", halte die Kammer es nicht für nötig, die Frage der Befruchtung für homosexuelle Paare zu überarbeiten.

Eine Richtline der Bundesärztekammer aus dem Jahr 2006 schließt eine künstliche Befruchtung für lesbische Frauen aus. Der Grund: Eine stabile Beziehung des Kindes zu beiden Elternteilen sei nicht gesichert. 14 der 16 Bundesländer halten sich an diese Richtline. Die "taz" schreibt, nach Angaben von "Pro Familia" sei die Bereitschaft der Ärzte, Lesben künstlich zu befruchten, in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Laut dem Medizinrechtler Rudolf Ratzl habe es aber noch nie ein Berufsverbot in diesem Zusammenhang gegeben.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)