3. November 2011 06:52 Uhr

Was sind ESBL?

Inzwischen sucht das Robert-Koch-Institut nach der Ursache der Infektionen in einer Bremer Klinik.

Insgesamt wurde der Darmkeim ESBL bei 15 Frühgeborenen nachgewiesen, drei haben die Infektion nicht überlebt. Wir erklären kurz, was das für ein Bakterium ist.

ESBL steht für Extended Spectrum Beta Lactamase. Die namensgebende Charakteristik beschreibt, warum das Bakterium für geschwächte Patienten so gefährlich ist: Die Bakterien bilden ein Enzym, das den Wirkstoff gängiger Antibiotika ausschaltet. Mit Penicillin und Co. lässt sich also gegen sie nichts ausrichten. Die Therapie besteht deshalb meist darin, die Wirkung dieses Enzyms einzudämmen; in Härtefällen greift man zu Notfall-Antibiotika, die meist starke Nebenwirkungen haben.

ESBL-Keime sind nicht mit den als "Krankenhauskeimen" bekannten MRSA verwandt. Gemeinsamkeit ist aber, dass beide veränderte Formen von Bakterien sind, die fast jeder gesunde Mensch in sich trägt. Und: ESBL-Keime sind weniger schnell übertragbar als MRSA.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)