3. November 2011 07:24 Uhr
Die tunesische Führung überlegt sich neue Strategien gegen den radikalen Islamismus. Ein Sprecher des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man denke darüber nach, einen islamischen Fernsehkanal aufzubauen. Momentan herrsche Sorge über Sender aus anderen arabischen Staaten, die per Satellit übertragen würden und eine strengere Version des Islam propagierten als die in Tunesien.
Der Sprecher wies außerdem darauf hin, dass seit dem Sturz des Regimes von Zine el-Abidine Ben Ali bis zu 200 der insgesamt 5.000 Moscheen in Tunesien von Islamisten dominiert werden. Das sei eine Gegenreaktion auf die Unterdrückung während des Regimes. Nun könnten auch Extremisten ihre Meinung äußern und das täten sie häufig recht aggressiv.
Zu den ersten freien Wahlen in Tunesien Ende Oktober waren keine radikalen Gruppierungen zugelassen. Gewonnen hat die moderate islamische Ennahda-Partei.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)