3. November 2011 11:41 Uhr

Blick ins Lexikon: Schlafburschentum

Im Lexikon schlagen wir unter "Schlafburschentum" nach, das ist so etwas wie der Vorläufer der Wohngemeinschaft. Im 19. Jahrhundert vermieteten einige Hausbesitzer Schlafstellen an Obdachsuchende, die wenig Geld hatten. Viele Menschen teilten sich ein Zimmer. Der Schlafbereich wurde oft nur mit Kreide eingezeichnet und war nicht mehr als ein Notlager. Zeitweilig gab es so viele dieser beengten Behausungen, dass die Polizei, z.B. in Berlin, Hausbesitzer dazu aufrief, alle Schlafstellen zu räumen. Der Grund: die hygienischen Zustände waren katastrophal. Außerdem gab es viel Streit und Gewalt durch das Zusammenleben auf engstem Raum. Der Berliner Oberbürgermeister hatte 1825 unter anderem Angst, dass das lasterhafte und rohe Verhalten Kinder, die in diesen Häusern aufwuchsen, verderben könnte. Er erließ eine spezielle Verordnung, die das Schlafburschentum unterband.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)