3. November 2011 15:22 Uhr

Zeit für einen Wechsel: Diskussion um Reform der Zeitmessung

Wie wird künftig die Zeit gemessen?

In der Nähe von London sitzen gerade Experten zusammen, die über diese Frage beraten. Denn die traditionsreiche Greenwich Mean Time, oder seit 1972 auch die koordinierte Weltzeit, stehen zur Diskussion. Die orientiert sich nämlich bislang an zwei Faktoren: Zum einen an der präzisen Zeit, die von Atomuhren gemessen wird, zum anderen an einer astronomischen Zeit, die die Schwankungen in der Geschwindigkeit der Erdrotation berücksichtigt. Um diese Schwankungen auszugleichen, wird regelmäßig eine Schaltsekunde eingefügt - die Silvesternacht im Jahr 2009 war dadurch zum Beispiel eine Sekunde länger.

Diese Schaltsekunde ist allerdings für Satelliten-Navigation oder viele Computersysteme ein Problem, die auf Milisekunden exakt arbeiten. Astronomen dagegen brauchen den Bezug zur Erdrotation, um Himmelskörper direkt anpeilen zu können. Ein Dilemma. Anfang Januar will die Internationale Fernmelde Union in Genf entscheiden, wie es mit der Zeitmessung weiter geht.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)