4. November 2011 08:55 Uhr
Was passiert eigentlich, wenn Griechenland endgültig pleitegeht?
Im schlimmsten Fall muss das Land "eine ungeordnete Insolvenz erklären und aus dem Euro austreten - mit allen Ansteckungsgefahren für andere Schuldenländer wie Portugal, Italien und Spanien". Das sagt der Finanzwissenschaftler und Regierungsberater Clemens Fuest von der Universität Oxford. Er erklärt in der "Süddeutschen Zeitung", wie es in einem solchen Fall weitergehen könnte: Die Zinsen in den übrigen Krisenländern stiegen, es würde für sie noch schwieriger, die Schulden zurückzuzahlen. Schlimmstenfalls, so Fuest, liefen die Italiener und Spanier zu ihren Banken, um alles Geld abzuheben, weil sie ebenfalls einen Austritt aus dem Euro fürchteten. Dann müssten die Euro-Mitgliedsländer eine unbegrenzte Garantie für Bankguthaben in den Südländern aussprechen. Falls dann kein Geld mehr für die Rettung des Euro bereitgestellt würde, könnten weitere Länder zum Austritt gezwungen sein.
Fuest beschwichtigt allerdings: Die Gefahr für ein solches Szenario sei zwar da, er halte es aber nicht für sehr wahrscheinlich.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)