4. November 2011 14:39 Uhr
Ist das Palästinensertuch ein Modeaccessoire oder ein politisches Statement? Um diese Frage dreht sich eine Diskussion, die Charlotte Knobloch, die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden, angefangen hat. Sie hatte in einem Offenen Brief Gerwald Claus-Brunner, einen Abgeordneten der Piratenpartei, kritisiert. Dessen Markenzeichen ist eine Latzhose und ein um den Kopf gewickeltes Palästinensertuch. Knobloch erklärte, sie sei zu einem Gespräch mit dem Abgeordneten bereit. Ihre Kritik richte sich nicht gegen den Politiker persönlich, aber es sei unerträglich, wie inflationär dieses symbolträchtige Tuch in den letzten Jahren im öffentlichen Raum zu sehen sei. Die Träger würden nicht über dessen Herkunft und Bedeutung nachdenken. Das Tuch stehe unter anderem für Nationalismus, bewaffneten Kampf und Anti-Zionismus.
Das karierte Stoffstück wird in der arabischen Welt zum Schutz vor der Sonne getragen. Weltberühmt wurde es durch den Palästinenserführer Jassir Arafat. Das Tuch wird auch als Zeichen zur Solidarität mit den Palästinensern in ihrem Kampf gegen Israel getragen.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)