7. November 2011 07:53 Uhr
Lange haben sie gestritten - gestern Abend haben sich die führenden Politiker der Bundesregierung auf Änderungen im Steuersystem geeinigt.
Unter anderem soll die "Kalte Progression" abgebaut werden.Sie hat mit dem Einkommensteuersystem in Deutschland zu tun. Vereinfacht kann man sagen: Je mehr jemand verdient, desto mehr davon muss er versteuern. Der niedrigste Steuersatz liegt bei 14 Prozent für Ledige, die 8005 Euro im Jahr verdienen. Mit jedem zusätzliche Euro steigt der Steuersatz auf bis zu 42 Prozent. Das nennt man Progression. Für Gutverdienenende mag das ärgerlich sein - vom Gesetzgeber ist es aber gewollt. Die Begründung: Wer viel verdient, für den ist es leichter, davon etwas abzugeben.
Das Problem entsteht, wenn die Preise, zum Beispiel für Lebensmittel, steigen und das Geld weniger Wert wird. Wer eine Lohnerhöhung bekommt, die genau der Inflation entspricht, kann sich davon nicht mehr kaufen als vorher. Aber er muss einen höheren Steuersatz zahlen. Von der Progression wird er also kalt erwischt.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)