7. November 2011 13:21 Uhr

Psychologin Heuser: Burnout keine eigenständige Krankheit

Burnout ist keine eigenständige Krankheit sondern eine berufsbezogene Form der Depression.

Das meint die Psychologin und Psychiaterin Isabella Heuser. In der neuen Ausgabe von "Psychologie Heute" sagt sie, die massenhaft ausgestellte Diagnose Burnout sei aus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Keine der offiziellen Krankheitsverzeichnisse führe Burnout als eigenständige Krankheit. Es sei nur eine griffige Diagnose, die dazu diene, den Patienten erst einmal zu beruhigen.

Denn im Gegensatz zur Depression sei Burnout in unserer Gesellschaft sehr viel weniger stigmatisiert. Der Begriff suggeriere, dass ja nur ausbrennen könne, wer vorher gebrannt habe, also hohe Leistungen erbracht habe. Wer dagegen das Label depressiv bekomme, gelte in unserer Leistungsgesellschaft schnell als Schwächling. Ein Stigma, das laut Heuser vor allem Männer fürchten. Anstatt aber einfach ein altes Leiden in neue Gewänder zu kleiden, solle daran gearbeitet werden, die Depression von ihrem negativen Ruf zu befreien, wie dies bereits in vielen anderen Ländern geschehen sei.

Die neue Ausgabe von "Psychologie heute" erscheint diesen Mittwoch.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)