8. November 2011 09:22 Uhr
"Ich kenne keinen guten Blogger, der seine Texte gefahrlos vor einer Kamera vortragen könnte." Das schreibt der in Mexiko lebende deutsche Autor und Blogger Airen in der Zeitung "Die Welt". Er wurde mit einem Blog über das Nachtleben, vor allem in Berlin, bekannt. Airen meint, die kommenden Jahre gehörten eindeutig dem Vlog, dem Video-Blog. Begeistert ist er davon nicht: Den bekannteren Vloggern geht es seiner Ansicht nach nämlich vor allem um ein Maximum an Seitenaufrufen bei Youtube. Sie erhielten im Gegenzug für viele Klicks Geld, seit die Plattform Produzenten erfolgreicher Heimvideos an ihren Werbeeinnahmen beteilige. Einige Vlogger könnten sogar davon leben.
Das Problem sind für Airen die Inhalte: Wenn Name, Stimme und Gesicht für jeden abrufbar seien, sei Offenheit - anders als in geschriebenen Blogs - unmöglich. Denn in einer Welt, in der Personalchefs Namen googeln könnten, könne man Ehrlichkeit nur in der gesichtslosen Anonymität des Textes finden.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)