8. November 2011 17:36 Uhr
Er soll ein Instrument gegen den Klimawandel sein. Umweltschützer kritisieren den Emissionshandel in Deutschland aber jetzt als Millionengeschäft für die Industrie.
Den Emissionshandel gibt es in Europa seit 2005. Fabriken und Kraftwerke brauchen demnach für den Ausstoß von Kohlendioxid Genehmigungen: pro Tonne ein Zertifikat. Wer CO2 einspart, kann überschüssige Zertifikate verkaufen. Wer zu viel Abgase ausstößt, muss welche dazukaufen.
Nach einer Studie, die unter anderem vom BUND vorgestellt wurde, läuft in Deutschland aber etwas schief: Die Schwerindustrie habe beim Start des Systems von der Bundesregierung zu viele kostenlose Zertifikate bekommen. Statt CO2 einzusparen, verdienten Stahl-, Chemie- und Zementunternehmen jetzt mit dem Verkauf von überschüssigen Zertifikaten. Die Industrie argumentiert dagegen, sie habe nur wegen der Wirtschaftskrise 2009 weniger CO2 ausgestoßen als ursprünglich gedacht.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)