9. November 2011 10:50 Uhr
Egal ob es um lateinamerikanische Parteienpolitik geht oder um die afghanische Gesellschaftsdynamik - an den meisten Universitäten müssen im Fach "Internationale Politik" westliche Erklärungen dafür ausreichen. Das kritisiert der Politiologe Jonas Hagmann in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter dem Titel "Der Westen legt sich seine Welt zurecht". Für eine Untersuchung im Bereich Hochschulpädagogik hat er mit einem Kollegen die Modelle ausgewertet, die an den einflussreichsten Eliteunis gelehrt werden, etwa in Harvard, Princeton oder Berkeley.
Sein Ergebnis: Wer dort Weltpolitik studiert, der lernt engstirnige und amerikanisch geprägte Denkmodelle: 70 Prozent der gelesenen Texte basierten auf einem rationalistischen, ökonomischen Menschenbild. Diese Einseitigkeit deutet Hagmann als intellektuellen Verlust. Noch in den 80er Jahren sei die Situation besser gewesen als heute.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)