9. November 2011 11:29 Uhr
Tunesien war Vorreiter bei der arabischen Revolution und könnte auch jetzt, bei der Entwicklung eines demokratischen Systems, eine Vorbildfunktion übernehmen. So sieht es Isabelle Werenfels von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Sie schreibt, die Chancen für eine erfolgreiche Demokratisierung Tunesiens seien nach dem Wahlsieg der gemäßigt islamistischen Ennahdha-Partei nicht geschmälert. Im Gegenteil: Die Ausgangssituation sei günstig, da Ennahdha Regierungsverantwortung übernehmen werde, aber nicht allein regieren könne.
Es zeichne sich eine islamistisch-linke Koalition ab, die breite Akzeptanz in der Bevölkerung haben werde. Das sei auch nötig, denn die Wirtschaft müsse angekurbelt, "alte" Mentalitäten und Praktiken im Staatsapparat müssten überwunden werden. Werenfels fordert, Europa sollte die Demokratisierung weiterhin mit Geld und Sachverstand unterstützen - vor allem aber mit Vertrauen und Geduld.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)