10. November 2011 10:05 Uhr

"Bewusstsein" müsse neu definiert werden

Der Begriff Bewusstsein muss neu definiert werden. Davon ist ein internationales Forscherteam überzeugt. Ausganspunkt für die These sind Untersuchungen mit Wachkomapatienten. Bei diesen hatten die Wissenschaftler ein EEG angeschlossen um damit deren Hirnströme zu messen. Wie sie in der Fachzeitschrift "The Lancet" schreiben, seien bis zu 40 Prozent der Patienten schlecht diagnostiziert worden, denn sie hätten einen gewissen Grad an Bewusstsein beibehalten. Wenn ein Patient nicht direkt mit einer Bewegung reagiere, hieße das nicht, dass er bewusstlos sei. Die Wissenschaftler fordern, dass diese EEG-Untersuchung häufiger eingesetzt wird. Sie sei wesentlich billiger und einfacher zu transportieren als die Untersuchung im MRT.

Der "Süddeutsche Zeitung" zufolge zeigen die neuen Daten, dass man womöglich auch im scheinbar rein vegetativen Zustand mancher Wachkomapatienten Bewusstseinsreste finden kann. Allerdings stritten die Forscher, von wieviel Wahrnehmungsfähigkeit diese Daten zeugten.

Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)