10. November 2011 11:21 Uhr
Seit vier Monaten ist der Südsudan ein eigener Staat. Aber schon seit mehr als sechs Jahren wird die Staatsverwaltung aufgebaut. Der Politikwissenschaftler Carlo Koos vom GIGA-Institut für Afrika-Studien analysiert die derzeitige Lage des Südsudan und kommt zu dem Schluss: Die Regierung sei nicht in der Lage, elementare Kernaufgaben zu erfüllen - obwohl der politische Apparat stark vergrößert wurde. So sei die Sicherheitslage unter anderem aufgrund ethnischer Konflikte sehr instabil. Außerdem existiere ein Gesundheits- und Bildungssystem nur rudimentär und auch die Lebensmittelknappheit werde ausschließlich von internationalen Hilfsorganisationen abgefedert. Dem Wissenschaftler zufolge ist der Staatshaushalt zu 98 Prozent von Erdöleinnahmen abhängig. Die Verwendung der Erlöse erfolge aber weder effizient noch transparent und auch die Korruption sei endemisch. Es werde noch Jahrzehnte dauern bis der Südsudan ein funktionierender Staat sein werde, der den Namen auch verdiene.
Quelle: DRadio Wissen Lizenz: Creative Commons Licence: Namensnennung, keine kommerzielle Nutzung, keine Bearbeitung (BY-NC-CD)